Wieder E.I.N.S – Böhse Onkelz Reunion 2014. Ein Wochenendbericht

Samstagmorgen (21.6.14) 3:30 Uhr. Mein Wecker klingelt. Ausnahmsweise eine Leichtigkeit aufzustehen, vor allem in Anbetracht der Uhrzeit auf einem Samstag. Da der Tag ja Großes bringen sollte, war es überhaupt kein Problem, sich fertig zu machen, seinen Kram zu nehmen und in den Suzuki Grand Vitara zu werfen.

Das Reisegefährt
Das Reisegefährt

Laut Google Maps betrug die zu fahrende Strecke 721 Km und das Ziel war klar: Der Hockenheimring. Warum? Böhse Onkelz LIVE(!). Mir oder besser gesagt UNS, denn alleine wäre eine solche Reise ja nicht finanziell zu tragen.
So stand ich, der sich als Fahrer bereit erklärt hatte, um 4:30 Uhr bei Mike vor der Tür. Zusammen holten wir dann Maxim ab, welcher, wie es eigentlich schon vorhersehbar war, rumtrödelte. So hatte man Zeit entspannt noch eine zu rauchen und wach zu werden. Während dann die Sonne langsam aufging, fuhren wir um 6 Uhr zu dritt zu Steffen W. und sammelten ihn ein.

Der Bierberg im Harz, morgen ca 10 Uhr
Der Bierberg im Harz, morgen ca 10 Uhr

Vor Hamburg der erste Stopp. Zigaretten- und Bierpause. Ab hier ging unsere Reise in einem Rutsch bis kurz vor Hannover, hier machten wir den 2ten Stopp, es war Zeit für Frühstück. Ein Brötchen, eine Zigarette und eine Pinkelpause, später ging unsere Reise weiter. Immer mal wieder eine Zigarettenpause und immer mal wieder eine Pinkelpause. Auch getankt wurde noch zwischendurch und die Stimmung wurde besser und besser. Auch die Anzahl der Autos, wenn auch viele nur improvisiert, Böhse Onkelz Schriftzug auf der Heckklappe wurden mehr.

Bis Hockenheim verlief unsere Reise sehr gut. Wir hatten knapp 10 Stunden gebraucht und unser Ziel war zum Greifen nahe. Wäre da nicht das weniger talentierte Ordnungspersonal, welches es nicht hin bekam, die Autos zu koordinieren. So standen wir noch einmal 2 Stunden vor Hockenheim. Als wir dann endlich an unserem Parkplatz waren, wurde uns eines klar: Verdammt wir sind ziemlich weit weg vom Ring. Meine 3 Begleiter noch ein Bier in die Hand und bei 32°C, praller Sonne auf zum Ring.

So viele Menschen, die nur ein Ziel hatten, sieht man selten. Einen Fußmarsch quer durch Hockenheim später waren wir am Ring. Während noch die erste Vorband spielte, die mir namentlich entfallen ist, kamen wir am Ring an. Es war ca 18:30 Uhr. Wir gingen auf dem Gelände umher. Während nun Limp Bizkit anfing zu spielen, war es Zeit für einen Snack und eine Selter (oder eben für Mike und Maxim ein Bier). Wobei Selter nur bei uns Selter heißt, weiter südlich heißt Selter Sprudel, und die Menschen dort unten können mit dem Begriff Selter auch nichts anfangen.

20140621_21225519:40 Uhr, Zeit sich zur Bühne zu begeben. Einmal den halben Ring (in diesem Falle geht es um die Rennstrecke abgehen) Und man stand vor der Bühne, mit 100.000 anderen Personen. Mein Staunen war groß im Anbetracht dieser Bühne. Dann kam Ben Becker auf die Bühne. Dieser gab 10 Minuten den Marktschreier, DANN wurde es Zeit. Die Bassklänge des Intros, wie sollte es auch sonst sein, „Hier sind die Onkelz“, ein Gänsehaut Moment. 2 einhalb Stunden Onkelz pur, live und laut. 20140621_220004Auch die kleine Bühne, welche mitten in den Fans stand, fand ihren sehr passenden Einsatz, dort wurde ein kleines Akustik-Set gespielt. Welcher Song mich an dem Abend am meisten beeindruckt hat? Da möchte ich mich gar nicht festlegen. Die gesamten 2 einhalb Stunden waren bombastisch. Die Stimmung der Fans stimmte, das Bühnenbild, das zu jedem Song angepasst wurde stimmte, und die Songauswahl stimmte. Ein grandioses Konzert, welches mit einem großartigen Feuerwerk endete.

20140621_220441

Leider brach hiernach Chaos aus, meine Gruppe, die sich schon während des Konzertes getrennt hatte, fand sich nicht so recht wieder. So hat es bis 3 Uhr morgens gedauert, bis wir wieder komplett waren. Völlig ausgepowert und müde stand uns nun noch der Rückweg zum Auto bevor, denn bis 5 Uhr waren die Parkplätze zu räumen. Um 4 waren wir am Auto. Ich wurde zusehend müder und müder. So war es nun die Aufgabe einen Stellplatz zu finden, um ein paar Stunden zu schlafen. So schlief ich, als wir um 6 Uhr und 100 Km endlich einen Parkplatz gefunden hatten 2 Stunden.

Während alle anderen um 8 noch schliefen, machte ich mich wieder fahrbereit. Einen Energy Drink und eine Zigarette später fuhr ich wieder los. Es war ruhig im Auto. Einzig der leise Klang vom Motor, leises Schnarchen war zu hören. Es war angenehm nach all dieser Lautstärke. Immer mal wieder wurde einer der 3 wach und fragte mich, ob wir denn schon fahren, diese Frage habe ich immer wieder schmunzelnd bejaht. Bis um 10 blieb diese Ruhe, als wir wieder in den Kasslerbergen waren, wurden meine Beifahrer wach und die Herren waren hungrig. So war es meine Mission ein Restaurant mit goldener Krone zu finden und unser Gefährt dort zum stehen zu bringen. Nach einem Kingmenü ging unsere Fahrt dann weiter. Wir fuhren ein wenig, wir waren relativ ungesprächig und das war vielleicht auch gut so.

Alleinig Hennes Bender, der uns kurz hinter den Bergen anfing zu unterhalten, brach die Stille. Die Rückfahrt war relativ unspektakulär. Immer mal wieder eine Pause, immer mal wieder ein Stopp, um zu pinkeln oder mal durchzuatmen. Bis 2 KM vor Hamburg blieb es auch so.

Dann standen wir. Ja, wir standen. In ferner Entfernung war der Elbtunnel zu sehen. 2 Stunden standen wir einfach ohne jegliche Bewegung. Bei 33°C im Auto, ohne jeglichen Windzug, machte sich Frustration breit. Ich war übermüdet, mir war warm, und ich hatte schlechte Laune. In dieser Sekunde habe ich diese Reise zum zweiten Mal verflucht (das erste Mal als unsere Gruppe getrennt war nachts). Während wir im Stau standen, wurde im Radio eine weitere Vollsperrung der A7, welche wir noch bis zu unserer Heimat fahren mussten, inklusive 4 Km Stau durchgesagt. Nun war ich endgültig schlecht gelaunt. Und während wir dann endlich durch den Elbtunnel fuhren, war mir klar, dass das Glück nicht von langer Dauer war. Wir kamen der Stelle immer näher, welche gesperrt sein sollte und ich machte mich darauf gefasst, zu stehen. Wir fuhren an der Stelle vorbei, und nichts war. Erleichterung machte sich breit.

Ein letzter Stopp vor der Heimat, eine letzte Zigarette. Dann Abfahrt Warder runter und mein Team jeweils Zuhause absetzen. Zum Schluss fuhr ich mich selber nach Hause. Ich war nun völlig platt. Ich räumte meinen Kram aus dem Auto und schloss es ab. Ich hatte an diesem Wochenende 1453 Km gefahren, ein Wahnsinnskonzert erlebt, und eine grandiose Reise, wenn auch mit kleinen Aufregern. Ich lächelte und ging rein.

20140622_182352

Nochmal an dieser Stelle: Ein großes Dankeschön an meine Crew dieses Wochenende, Maxim, Mike und Steffen W., es war weltklasse mit euch zu reisen.

Set List:

  1. 28 (intro)
  2. Hier sind die Onkelz
  3. Findet die Wahrheit
  4. Kinder dieser Zeit
  5. Der Preis des Lebens
  6. Nr. 1
  7. Koma – Eine Nacht die niemals endet (feat. Moses Pelham)
  8. Immer auf der Suche
  9. Wenn du wirklich willst
  10. Wir ham‘ noch lange nicht genug
  11. Hast du Sehnsucht nach der Nadel
  12. DerHimmel kann warten
  13. Terpentin
  14. Nur die Besten sterben jung
  15. Paradies
  16. Dunkler Ort
  17. Panamericana (Orchestereinlage. Umzug auf die Mittelbühne)
  18. Wiedermal nen Tag verschenkt
  19. Ich bin in dir
  20. Bin ich nur glücklich, wenn es schmerzt
  21. Nichts ist für immer da
  22. Panamericana (Rückkehr auf die Hauptbühne)
  23. Die Firma
  24. Mach für den der sie nicht will
  25. Lüge
  26. Erinnerung
  27. Feuer
  28. Mexiko
  29. Kirche
  30. Auf gute Freunde
  31. Nichts ist für die Ewigkeit
  32. Baja (Ende des Konzertes mit Feuerwerk)

Dennis