Reife Vorstellung: SG Felde/Stampe III gegen SV Grün-Weiß Bovenau

Spieler von GW Bovenau springt zum Ball.Auf heimischer Bühne führte die Schauspielgruppe Felde/Stampe III unter der Regie von Thomas Jochem das Stück „Der sterbene Schwan“ auf. Die Hauptrolle konnte sich Stampes Nr. 3 Fabian Petersen sichern, aber auch die Nebenrollen waren perfekt besetzt. So hatte beispielsweise Keeper Sascha Bickert die Rolle des wild gestikulierenden Maulhelden inne. Es war ein Spektakel für die ganze Familie. Allein die Gastdarsteller, die extra aus Bovenau angereist waren, boykottierten diese oscarreife Darstellung mit fehlendem Schauspieltalent.

Für sein Geld (der Eintritt war frei) bekam man eine Menge geboten (obwohl, aufgrund des strahlenden Sonnenscheins, auf die Licht- und Pyroshow verzichtet wurde, ebenso auf den Einsatz von Kunstblut)!

Dohrmann gleicht per Kopf für GW Bovenau aus.

Mit etwa drei Minuten Verspätung begann das Schauspiel, den Anfang machten die Gäste aus Bovenau. Sehr schnell fingen diese sich nach einem Eckstoß einen Gegentreffer ein (3. Minute). Doch auch die Bovenauer konnten Offensive zeigen. Ein Freistoß von Christian Wegner in der 7. Minute führte nach einem Kopfball durch Daniel Dohrmann zum Ausgleich. Keine fünf Minuten später ließen es die Akteure der SG jedoch erneut im Kasten der Bovenauer scheppern, was wohl auf die recht offene Abwehrstellung dieser zurückzuführen war.

In der 25. zückte Regisseur Jochem das erst Mal sein gelbes Kärtchen, was im Laufe der Aufführung noch eine besondere Rollen spielen wird (Spoileralarm!).

Links vorbei und rein ins Tor: Moritz Struck brachte den SV Grün-Weiß Bovenau mit seinem Treffer in der 28. Minute zurück ins Rennen.

Ausgleichstor für GW Bovenau durch Moritz Struck.
Ausgleichstreffer des Neu-Bovenauers Moritz Struck (Nr. 5) – Drittes Tor im vierten Spiel.

Die nächsten Lacher dieser Komödie gehen auf Edelkomparse Bickert, der einen Rückpass von Abwehrspieler T. Orwat aufnahm und damit die Freistoßszene einleitete, in der sich die gesamte SG auf der Torlinie versammelte. Es war Benjamin Schwarzer, der Dennis Koch diesen indirekten Freistoß vorlegte, jedoch unerwartet auf den linken Fuß, was trotzdem zum Erfolg und zum 2:3 führte.

Nach diesem Gegentreffer blühte Bickert in seiner Rolle des unter latenten Tourette-Syndrom Leidenden auf. Jochem würdigte dessen Leistung ebenfalls mit einer gelben Karte und wies einen Zuschauer an, etwas ruhiger zu sein und die Aufführung nicht zu stören.

Nun begannen auch die noch kartenlosen Bovenauer nachzuziehen, die erste gelbe Karte für die Gäste gab es in der 30. Minute.

Petersen lässt sich im Zweikampf mit Bovenau-Spieler fallen.
Petersen präsentiert eine seiner eingeübten Choreografien – Fallen und schreien, aufstehen und grinsen!

In der 36. Minute gelang es dann dem nächsten Spieler, die Aufmerksamkeit Jochems auf sich zu ziehen, der Benjamin Schwarzer dann – auf Empfehlung der SG – ebenfalls mit einer gelben Karte würdigte. (Schiedsrichter sollten ja eigentlich nicht auf Zuruf entscheiden.)

Nicht nur den Torwart, sondern eine völlig ungerechtfertigte gelbe Karte räumte Tim Heringhaus drei Minuten später ab, obwohl er nur den Ball spielte.

Es folgte eine viertelstündige Erleichterungspause für die Zuschauer, die sich in der Zeit mit neuem Knabberkram eindecken konnten.

Um 14:16 Uhr ging die Vorstellung, nun mit getauschten Seiten, weiter. In dieser zweiten Hälfte fiel der Tourette-Torwart immer wieder auf und musste nach eindeutiger Gestik erneut von Jochem ermahnt werden. Wieso dieser ihn nicht mit gelb-rot vom Platz schickte, bleibt eine von vielen rätselhaften Entscheidungen, die sich nun besonders häuften. Auch verschonte er einen Stamper Spieler, der die Bahn eines Freistoßes versperrte und angeschossen wurde. Auch einen offensichtlichen falschen Einwurf, von dem er nur wenige Meter entfernt stand, ließ er einfach weiterlaufen.

Jochem zeigt die (gelb-)rote Karte: Erster Platzverweis für Bovenau.Nach einer gelben Karte für Buchert aus Stampe, folgte dann in der 82. Minute völlig zurecht die zweite gelbe Karte für Schwarzer, der bevor er den Platz verlassen musste, von T. Orwat zu Boden geworfen wurde. Für diese klare Tätigkeit belohnte Jochem Orwat nur mit gelb.

Zwei Minuten später durfte sich auch Jan Struck eine Karte vom (Un)parteiischen abholen, eh in der 88. Minute der nächste Bovenauer mit gelb-rot den Platz verlassen musste.

Mit zwei Spielern weniger musste sich der SV Grün-Weiß Bovenau „nur noch“ über die Zeit retten. Zwei Minuten sagte Jochem an, drei zeigte er und erst um 15:06 Uhr pfiff er das Spiel ab, als auch er endlich einsah, dass die Stamper den Ausgleichstreffer nicht mehr erzielen. In der Zwischenzeit verwies er noch einen Zuschauer des Platzes – zunächst wollte er fälscherweise den Bovenau-Trainer Valakovics vom Platz stellen.

Wie man beim Lesen bemerkt, kann auch ich bei solch lächerlichen Entscheidungen einfach keinen ernsten Bericht schreiben. Selbstverständlich geraten Schiedsrichter schnell in den Fokus und müssen als Sündenbock hinhalten, und das schon für ein, zwei kleine Fehler. Man vergisst schnell, dass auch sie nur Menschen sind, denen Fehler unterlaufen, ABER was hier abging, war wirklich unter aller Kanone…

Am Ende gelang es den Bovenauern drei Punkte mit nach Hause zu nehmen und Stampe auf eigenem Grün mit 2:3 zu schlagen, allein darauf kam’s an!