Quickborn

„Sei um 14 Uhr bei mir, denn um halb drei geht es los nach Krempe.“ Eine Minute vor zwei klingelte ich an der Tür. Wie für gewöhnlich durften wir dann erst einmal eine Runde mit dem Hund gehen, eh es dann losging. Ich kam mir vor wie im Videospiel, irgendwas wie GTA oder NfS, als es dann hieß, „fahr mir hinterher!“. Was leichter gesagt als getan war. Es klappte dennoch problemlos.

Wir waren die Ersten. Nach und nach sammelte sich die Band und das Equipment wurde verladen. Dann hieß es wieder „fahr mir nach!“. Zum Glück war ich diesmal nicht gemeint. Denn wenn man nach links oder rechts aus dem Fenster blickte, sah man, hinter der beschlagenen Scheibe, bloß dichte Nebelwände. Vorne war es durch den starken Regenfall nicht anders. Und durch die hohe Geschwindigkeit verschwand unser Verfolgter auch gelegentlich mal hinter einem „nassen Wölkchen“.

In Quickborn angekommen wurden wir sehr nett im Haus der Jugend empfangen. Nun musste das ganze Equipment erst mal wieder aus den Autos raus. Nachdem dann aufgebaut wurde, begannen die Soundchecks. – An dieser Stelle möchte ich einschieben, dass es Pizza gab, die sogar sehr gut schmeckte! – Das laute Schlagzeug sorgte für eine allgemein massigere Lautstärke. Währenddessen bekam ich einen „Backstagepass“.

Als Pocc dann an der Reihe waren, dachte ich mir nur, „bleib tapfer!“. Denn der gute Torben ließ direkt zwei Wizo-Songs, a capella, vom Stapel, Walter und K.I.K., während sich die Attic-Jungs mit dem Tischkicker vergnügten.

Sehr interessant mitanzusehen war auch der ältere Herr, der ja über vierzig Leuten E-Mails schrieb, dass er im „Haus der Jugend“ spielen würde. Fragt sich nur, ob er wirklich richtig war. Neben seiner Gitarre brachte er noch einen Laptop mit, der ihn mit Playback bei seinen Oldies unter die Arme griff.

Colin begann dann auch irgendwann imaginäre Gitarre zu spielen und anhand der Töne aus seinem Mund sollten wir die Songs erraten. Dann dauerte es nicht mehr lange bis Freudenschrei den Abend offiziell eröffneten. Mit ihren Songs heizten sie dem Jugendzentrum ordentlich ein. Jans Gesang weckte dann Erinnerungen an die Wohlstandskinder in mir. Auch optisch ist er dem W$K-Frontmann gar nicht so unähnlich. Neben Jan am Bass und Marcel an der Gitarre hatten Freudenschrei noch Nadine, ihre Drummerin dabei, die zufällig Geburtstag hatte.

Als nächstes war der Mann mit der Gitarre dran. Zurück zum Ursprung, ein Mann und seine Gitarre, was braucht man mehr? Jack Johnson hat damit ja auch Erfolg, und genau so kam er mir auch vor. Dann war es endlich soweit, Attic auf der Bühne und ich direkt davor.

Nach dem Auftritt musste wieder alles rein ins Auto und dann sahen wir noch kurz den Oldie-Opa, eh es dann hieß, zurück nach Krempe.

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