Hast du ein‘ an der Waffel? Das Derby

Im Aufeinandertreffen der beiden benachbarten Dorfvereine am Freitagabend bekleckerte sich wahrlich niemand mit Ruhm. Hunderte Augen verfolgten gespannt das Fußballspektakel neben dem Jahrmarkt, auf dem während des Spiels sogar eine Live-Band zu musizieren begann. Eine ganz besondere Situation für ein ganz besonderes Spiel also.

Die Bredenbeker kamen mit 13 Spielern, um dennoch als 9er-Mannschaft nach norwegischem Modell anzutreten. Davon war ein Teil der ersten Herrenmannschaft, die zwei Klassen höher spielt, entliehen.

Vor der Partie galten die Bovenauer durchaus als Favorit mit Heimvorteil – was nach dem Abpfiff ganz anders aussah.

Es war eine unnötige und unverdiente Niederlage der Gastgeber, die spielerisch und läuferisch den Zuschauern mehr boten. Die Gäste haben die wenigen Chancen gut genutzt und Torwart Schäfer war in brenzligen Situationen immer zur Stelle.

Aus einer Abseitsstellung gelang es den Bredenbekern in der 11. Spielminute in Führung zu gehen. Diese nahmen sie auch mit in die Halbzeitunterbrechung.

Es brodelte. Weder Gäste noch Gastgeber schenkten sich was. Es wurde sich physisch wie verbal bearbeitet. Kein leichtes Spiel für den Unparteiischen, für den dies erst das zweite Herrenspiel war, das er führte.

Den Ausgleichstreffer für Bovenau erzielte der reaktivierte Knipser Dennis Koch in der 56. Minute. Bereits drei Minuten später gelang es dem SSV erneut in Führung zu gehen.

Was in der ersten Halbzeit brodelte, kochte in der zweiten mehr und mehr über. Eine Rangelei mit Torwart Schäfer sorgte für Mittelfeldspieler Schwarzer für ein frühzeitiges Ende. Während Schäfer nur verwarnt (gelbe Karte) wurde, musste dieser mit rot den Platz verlassen. Bereits zuvor war der Unparteiische merklich überfordert.

Nach dem Offensivfoul, das zum 1:3 führte, beantwortete Schiedsrichter Einfeldt die rhetorische Frage des Gefoulten mit einer roten Karte, wodurch dieser nicht nur gefoult wurde und ein Gegentor kassierte, sondern auch als bereits zweiter Bovenauer vom Platz musste. Dadurch standen die Grün-Weißen nur noch mit sieben Spielern auf dem Platz.

Trotz deutlicher Unterzahl spielte Bovenau souverän gegenan. Und dann das:

Mit einer unfassbar dummen und unnötigen Aktion näherte sich die Partie unweigerlich ihrem Ende. Mit dem Rücken zum Ball spazierte Torwart Orwat zurück zum eigenen Tor, bis er bemerkte, dass sich ein gegnerischer Angreifer samt Ball näherte. Bereits im Ansatz konnte man seine nächsten Schritte erahnen. Mit Anlauf krachte dieser in seinen Gegenspieler. Zunächst griff der Schiedsrichter erneut zur roten Karten, entschied sich aber um und gab nur gelb. Nicht die letzte Karte dieses Spiels.

Geschlagen mussten die Grün-Weißen das Feld verlassen, wissentlich, dass sie im nächsten Punktspiel auf zwei Säulen des Mittelfelds verzichten müssen.

Bovenau blamierte sich auf dem Jahrmarkt nicht durch schlechte Leistung, sondern durch schlechtes Benehmen – man hatte das Gefühl, die Defensivabteilung fokussierte sich mehr aufs Meckern als aufs Spiel – und biss sich an einer jüngeren und schnelleren Bredenbeker Mannschaft sowie den zahllosen Fehlentscheidungen des Unparteiischen die Zähne aus.